Junioren Weltmeisterschaft in Athen vom 17. bis 19.03.2017

von Laurens Becker

Am Donnerstag, den 16.03. flogen unsere drei Athleten Benjamin Vach, Lukas Wittich und Fabian Fünfstück früh am Morgen zur Weltmeisterschaft nach Athen. Auch die Fangruppe, bestehend aus (fast) der ganzen Familie Wittich, Frank Vach, Paul Seidel und Laurens Becker reisten bereits am Donnerstag an. In Griechenland angekommen genehmigte sich „Reisegruppe Barnim“ erst einmal einen kleinen Stadtbummel und testete Restaurants, während die Sportler teilweise noch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatten.

Team Bernau in Athen

Am Freitag starteten die ersten Kämpfe, jedoch nicht für unsere Jungs. Während der Fanclub entspannt die Stadt besichtigte, stand für Benni und Luki das Wiegen an. Beide schafften ihr Gewicht und so stand den Kämpfen am Samstag nichts im Weg. Hier hatte Benjamin Vach einen der ersten Kämpfe des Tages. Vor seinem Auftaktkampf gegen den Russen Michail Borok war seine Anspannung deutlich spürbar, doch Benny behielt die Nerven. Er ging von Anfang an vorwärts und holte seine Punkte. Besonders durch seine Fausttechniken im Part 1 überzeugte er. Seine Trainer Charlotte Wittich und Laurens Becker waren begeistert. Er gewann 10:7 gegen Russland. Im Kampf gegen Kasachstan blieb Benjamin seiner Strategie treu und konnten auch diesen Kampf mit 21:14 Punkten für sich entscheiden. Eigentlich hatte er sein vorher genanntes Ziel: „Hauptsache einen Kampf gewinnen“ schon übertroffen, doch er war nicht mehr zu stoppen. Auch im nächsten Kampf gegen Polen ließ Benni sich nicht beeinflussen und zeigte seinen Ehrgeiz. Ein weiterer Sieg! Damit zog er ins Halbfinale ein, in dem er auf Schweden traf. Die deutsche Fangemeinschaft gab alles und auch zuhause wurden vor den Livestreams zahlreiche Daumen gedrückt. Es half! Benjamin sicherte sich bei seiner ersten WM einen Platz im Finale. Da die Finalkämpfe allerdings erst am Nachmittag ausgetragen wurden, war erst einmal Warten angesagt.

Benni mit Schlag

In der Zwischenzeit begannen die Kämpfe der U18 männlich bis 81 kg. Hier ging für Deutschland Lukas Wittich an den Start. Auch er musste in seiner ersten Begegnung gegen Russland kämpfen.  Diesen Kampf konnte er mit 17:8 klar für sich entscheiden. Im nächsten Kampf wartete Ciolino aus Italien. Der Italiener war von Anfang stark, sicherte sich am Ende auch den Weltmeistertitel. Lukas setzte dem viel entgegen, aber es gelang ihm nicht den Kampf für sich zu entscheiden. In der Trostrunde trat er dann gegen Rosa aus Polen an. Hier lag er zuerst vorne, doch dann gelang es Rosa, auch aufgrund sehr umstrittener Kampfrichterentscheidungen, aufzuholen. Die letzten 30 Sekunden schenkten sich beide nichts. Leider lag Rosa am Ende mit 25:23 Punkten vorne und damit schied Lukas aus der Weltmeisterschaft aus. Platz sieben ist dennoch ein gutes Ergebnis für seine erste Weltmeisterschaft.

Lukas im Bodenkampf

Nun hatten die Fans Zeit, ihre Stimmen zu schonen und in der Frühlingssonne Athens Kraft für das Finale von Benni zu tanken. Sein Gegner war der Franzose Vesely. Im Part 1 war Benni von Anfang dominant. Seine sehr guten Handkanten sowie Faustschläge sicherten ihm voerst die Führung. Leider konnte er sich im Part 2 und 3 gegen seinen Gegner nicht durchsetzen. Benni verlor dieses Finale vorzeitig. Auf seiner ersten WM holt er für den Bundeskader eine Silbermedaille - Benni du kannst stolz auf dich sein und wir sind es auch!

Am Sonntag gingen aus Brandenburg Max Pick U21 -62kg und Fabian Fünfstück U21 -56kg an den Start. Beide Gewichtsklassen waren sehr stark besetzt. Für Max Pick war es die erste Meisterschaft in der U21. In seinem ersten Kampf trat er gegen den mehrfachen Europameister Andrea Calzoni aus Italien an. Max schaffte es immer, den ersten Treffer zu setzen und baute so seinen Punktevorsprung aus. Er bewies in allen 3 Parts Stärke und Ausdauer. Taktisch klug kämpfte er sich ohne Komplikationen ins Halbfinale. Dort zog er sich im Duell gegen Russland eine Schulterverletzung zu. Sein Einzug ins Finale sollte das jedoch nicht behindern. Im Finale traf Max nun auf Dylan Touati aus Frankreich. Hier kämpften beide auf hohem Niveau. Auch auf Grund Max Verletzung konnte sich Touati leider den Sieg sichern. Somit gratulieren wir Max zum zweiten Vizeweltmeistertitel.

Für Fabian war es schon die 3. WM. In den letzten Jahren hatte es nicht für einen Treppchenplatz gereicht, desto mehr fieberten nun alle Fans für ihn mit. Und Fabian legte los. Direkt im ersten Kampf zeigte er allen sein Ziel: Er gewann diese Auseinandersetzung deutlich. Vor allem seine Schnelligkeit und saubere Techniken in allen Parts fielen den Kampfrichtern auf. Co-Trainerin Charlotte Wittich grinste zufrieden in die Runde, sie konnte keinen Fehler in Fabians Kampf finden. Auch der Bundestrainer und Deutscher-Ju-Jutsu-Verbands Präsident Roland Köhler teilte diese Auffassung und sprach sein Lob aus. Im Halbfinale stand Fabian Hong Son aus dem Vietnam gegenüber. Dieser war sehr stark im Judo, und machte es ihm nicht leicht. Fabian kassierte mehrfach Bestrafungen für Passivität in diesen Parts, konnte die abgegebenen Punkte aber mit Ippons im Part 1 wieder ausgleichen. Mit 17:14 sicherte sich Fabian den Einzug ins Finale. Hier traf er auf Boris aus Russland. Obwohl Fabian seinen Kampfstil durchzog und Nerven bewies, reichte es am Ende leider nicht für die Goldmedaille. So blieb der hervorragende Vizeweltmeistertitel. Wir sind alle stolz auf unseren Fabian, er hat sich die Medaille mehr als verdient.

Fabian bei der Siegerehrung

Insgesamt können wir sehr zufrieden mit der Leistung unserer Sportler sein. Das Training der vergangenen Monate hat sich mehr als ausgezahlt. Mit drei Medaillen bei vier Startern hat Brandenburg sich hervorragend präsentiert. Am Sonntag wurde dann bei einem Galadiner noch ausgiebig gefeiert.

Team Brandenburg am Flughafen

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